Leitartikel Mai 2026

Wolken_1 (Foto: Sandra Altherr)

Liebe Leserin, lieber Leser,
Mit Weihnachten fing alles an. Dass das „Christkind“ geboren worden ist, damit können sich viele anfreunden. Die Geburt eines Kindes ist etwas Natürliches und kommt jeden Tag weltweit x-Mal vor. Weihnachten feiern sogar Menschen, die sich nicht als Christen bezeichnen. Denn was kann schon falsch daran sein, einen Geburtstag zu begehen?
Und wie ist das mit dem nächsten Fest? „Ostern, oder?“ – Fast. Es gibt noch etwas davor: Karfreitag. Und was feiern wir da schon wieder? Dass Jesus gestorben ist? Eigentlich ein trauriger Feiertag. So wird er auch auf Arabisch bezeichnet: „trauriger Freitag“. Ganz im Gegensatz zum englischen Sprachraum, wo sie vom „guten Freitag“ sprechen. Gut, weil jemand für uns Menschen die Schuld auf sich genommen hat und nicht wir das tun müssen. Und noch besser wird dieser „gute Freitag“ in Kombination mit dem Ostersonntag, als Jesus wieder lebendig wurde und somit den ewigen Tod besiegt hatte. Und an dieser Stelle bin ich jetzt da, wo ich sein wollte: Nämlich am Vorabend zweier weiterer Feiertage, die wir in diesem Monat feiern, und welche die gute Nachricht von Jesus Christus vervollständigen und „ganz gut“ machen: Jesu Himmelfahrt (bei uns gewöhnlich „Auffahrt“ genannt) und Pfingsten. Jesu Himmelfahrt war für die Jünger im ersten Moment kein guter Anlass. Sie hatten ihren Freund und Lehrer Jesus Christus gerade vom Tod zurückerhalten, als er sich schon wieder verabschiedete und vor ihren Augen wegging: „Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.“ (Markus 16,19; bibleserver.com). Aber dennoch ist es eine gute Nachricht, denn Jesus ist dorthin zurückgekehrt, woher er gekommen ist: neben seinen himmlischen Vater, zur Rechten Gottes. Und auch für die Jünger war das nicht das Ende: „Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“ (Apostelgeschichte 1,10+11; bibleserver.com) Und bis Jesus wiederkommt, vertritt ihn sein Stellvertreter, der Tröster und Begleiter, den wir an Pfingsten feiern: Der Heilige Geist kam, um „ein Stück von Gott“ bei jedem und jeder Gläubigen zu sein. Auch wenn Jesus also nicht mehr so greifbar da auf der Erde ist, wie er es zwischen Weihnachten und Karfreitag und nach Ostern war: Er ist seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern ganz nah. Jeder und jedem persönlich. Darum: Schöne Auffahrt und frohe Pfingsten!





Sarah Fakhoury, Diakonin
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