Leitartikel Juni 2026

im weizenfeld (002)

Liebe Leserin, lieber Leser
Ende Juli endet mein einjähriges Vikariat in dieser Gemeinde. Ein Jahr – das ist eine kurze Zeit und doch lange genug, dass Beziehungen entstehen. Dass Vertrautheit wächst. Dass ein Abschied nicht leicht fällt.
Wenn ich zurückblicke, tauchen unvergessliche Bilder auf: z.B. meine erste Taufe, meine erste Abdankung, der Weihnachtsgottesdienst, der Chilezmorge, die Osternachtsfeier, mein Prüfungsgottesdienst, ebenso das 750-Jahre-Jubiläum, das Konflager, die Unterrichtsstunden, vor allem aber die vielen Begegnungen und Gespräche. Ein Satz aus der Bibel begleitet mich dabei besonders: „Alles hat seine Zeit.“ (Kohelet 3, 1)
Eine Ausbildung hat ihre Zeit. Begegnungen haben ihre Zeit. Und auch der Abschied hat seine Zeit. Dieses Jahr als Vikarin war für mich eine Zeit des Lernens – aber nicht nur als „Lehrling“ von
Pfr. Emanuel Memminger, sondern vor allem im lebendigen Miteinander mit Ihnen.
Jetzt geht diese Zeit langsam zu Ende. Und ich gehe weiter – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil ich wertvolle Erinnerungen und Erfahrungen mitnehme und mich auf neue Aufgaben freue. Weinend, weil ich Liebgewonnenes loslassen muss und mir das Team und die Gemeinde ans Herz gewachsen sind.
Was bleibt, ist das Vertrauen, dass Gott in jedem Moment präsent ist und mitgeht – mit Ihnen hier vor Ort und mit mir auf meinem Weg. Und die Gewissheit des Predigers: „Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit.“ (Kohelet 3, 11)
So möchte ich dieses Jahr abschliessen: als eine gute, wunderbare Zeit. Und zugleich neu anfangen – in der Zuversicht, dass auch das Kommende seine Zeit haben wird. Und schön wird.
Herzlichen Dank für alles, was ich hier erleben und lernen durfte! Sie werden mir fehlen.


Ihre
Christina Schefer, Vikarin
Bereitgestellt: 01.06.2026        Verantwortlich für diese Seite: Cornelia Erne Fässler