Leitartikel August 2025
Liebe Leserin, lieber Leser,
Wer von Ihnen geht an eine 1.-August-Feier, wo die Hymne gesungen wird? Und wer kann die Strophen auswendig?
Zugegeben: Ich habe mir nicht jede Strophe gemerkt. Darum habe ich nachgelesen, wie die verschiedenen Strophen lauten.
Morgenrot, geröteter Alpenfirn, Abendglühn, Sternenheer, Nebelflor, Wolkenmeer, wilder Sturm, Gewitternacht – alle diese Naturphänomene werden erwähnt. In all diesen Naturphänomenen ist Gott zu finden.
Das brachte mich zu einer Begegnung des Propheten Elia mit Gott, wie sie in der Bibel aufgeschrieben ist: 11 Der Herr sprach: Geh heraus und tritt hin auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR ging vorüber. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. 12 Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. 13 Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging hinaus und trat in den Eingang der Höhle. (1. Könige 19, 11-13a; bibleserver.com)
Ja, Gewitter, Sturmwolken, Abendrot – das ist pompös und zeugt von Gottes Macht. Aber Gott kann auch anders. Er kann eine Begegnung im Stillen, im Kleinen, im Ruhigen ermöglichen. Eine Begegnung, die dennoch – oder gerade deshalb – berührt.