Unser Vater im Himmel...
Das Gebet, das am Ende jedes Gottesdienstes gebetet wird, konnten die Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse am letzten Jugendgottesdienstnachmittag auf ihrem Pilgerweg vertiefen.
„Was siehst du am Himmel? Wie stellst du dir den Himmel – den ‚himmlischen‘ Himmel, nicht den sichtbaren – vor? Und was bedeutet ‚heilig‘?“ Diesen Fragen gingen die Kinder nach, als sie beim ersten Pilgerhalt zum Abschnitt „Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name“ auf dem Boden lagen und den Himmel betrachteten.
„Dein Reich komme. Dein Wille geschehe – wie im Himmel, so auf Erden.“ An der Wegkreuzung sprach die Gruppe darüber, wie man Entscheidungen treffen kann, was Gottes Wille ist, wie man Gottes Willen erkennen kann, wen man um Rat fragt und ob dieser Rat auch angenommen und befolgt wird.
„Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Die Kinder genossen die dicke, frische Brotscheibe, die es zum Zvieri gab, und überlegten, was das ‚tägliche Brot‘ für sie ist.
„Und vergib uns unsere Schuld“: Aus den zwei gesammelten Holzstecken banden die Schülerinnen und Schüler Kreuze, die sie anschliessend am Waldrand zurückliessen und still für sich Antworten gaben auf die Fragen „Was steht zwischen dir und Gott? Willst du für etwas um Vergebung bitten?“
„Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“, so geht es im Gebet weiter. Vergeben befreit. Auf Baumblätter schrieben die Kinder „Ich vergebe dir“ und warfen diese anschliessend symbolisch in den (leider nicht so stark vorhandenen) Wind und wurden diesen inneren Ballast los.
„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“: Die Geschichten von Adam und Eva, Kain und Abel und Josef und seinen Brüdern zeigen, was passieren kann, wenn man der Versuchung von Macht, Eifersucht und Neid nachgibt. Doch so muss es nicht sein – Gott hatte zu Kain gesagt: „Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du den Kopf frei erheben; aber wenn du Böses planst, lauert die Sünde vor der Tür deines Herzens und will dich verschlingen. Du musst Herr sein über sie!“ (1. Mose 4,7; bibleserver.com)
„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.“ Zurück beim Pfarrhaus widmete sich die Pilgerschar dem Abschluss des Unservater-Gebets und sagte diesen Satz – Wort für Wort immer und immer wieder. Nicht ganz so lange, wie die Ewigkeit dauert – schliesslich war um 16 Uhr der Jugendgottesdienstnachmittag wieder zu Ende. Hoffentlich hat dieser Nachmittag dazu beigetragen, dass beim nächsten Gottesdienst das Schlussgebet mit einem neuen Verständnis gebetet wird.