Leitartikel Dezember 2025
Liebe Leserin, lieber Leser,
Der HERR hat Großes an uns getan: Wir waren fröhlich!
Psalm 126,3 animiert mich dazu, über mein eigenes Leben nachzudenken und zu erkennen: Ich kann diesen Vers aus vollem Herzen mitbeten, denn der Herr hat auch mir Grosses getan.
Doch wenn ich den Psalm weiterlese, finde ich schon im nächsten Vers einen Widerspruch: Wende doch, HERR, unser Geschick wie die Bäche im Südland!
Eben noch hat doch der Psalmist geschrieben, dass Gott Grosses getan hat – und nun tönt es so, als wäre er doch nicht zufrieden und bittet Gott um einen anderen Ausgang.
Was gilt nun: Ist er zufrieden oder nicht? Freut er sich oder klagt er?
Ich denke, dass beides stimmt. Er freut sich, weil er sieht, was Gott alles geschenkt hat. Aber er klagt auch, weil er die Ungerechtigkeiten und das Unrecht sieht, die in dieser Welt herrschen. Aber weil er erlebt hat, wie Gott Grosses an ihm und seinen Mitmenschen getan hat, hat er Hoffnung für die Zukunft: Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. Er geht weinend hin und trägt den Samen zum Säen. Er kommt heim mit Jubel und trägt seine Garben. (Psalm 126, Verse 5 und 6)
Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die am Ende des Jahres Rückschau halten und sich daran erinnern, was Sie im vergangenen Jahr erlebt haben. Ich hoffe, dass Sie sagen können: „Der Herr hat Grosses an mir getan!“ Und ich wünsche Ihnen, dass das Grosse, das Gott Ihnen getan hat, Ihnen Hoffnung gibt, trotz aktueller Tränen und Leidenszeiten nach vorne zu schauen und damit zu rechnen, dass Gott Ihr Geschick wenden kann, die Freude zurückkommt und Sie „mit Jubel Ihre Garben heimtragen können“.
Von Herzen einen guten Dezember und ein gesegnetes Neues Jahr!
Sarah Fakhoury, Diakonin